Im Zuge des Trades der den Mavericks vor einem Jahr die Dienste von Kristaps Porzingis sicherte, wurde auch ein weiterer nicht gerade unbedeutender Spieler mit an Bord geholt.

Der 1,96 Meter große Shooting Guard Tim Hardaway Jr., mit seinem mit knapp 17,5 Millionen Dollar teuren Albatros-Vertrag, war er in der vergangenen Saison hinter den Erwartungen im Big Apple zurückgeblieben und galt bei dem Großteil der NBA Fans als weitere Fehlverpflichtung des fragwürdigen Knicks Front Office, die ihn mit einem 4 Jahre gültigen Deal mit insgesamt 71 Millionen Dollar ausstatteten.

Auf Seiten der Knicks wollte man mit dem Trade nach Dallas weiteres cap space für den vergangenen Sommer freischaufeln, im Konstrukt der Mavericks spielt er bisher eine feste, aber durchaus Fragen aufwerfende Rolle.

Er beendete die letzte Saison in dallas mit knapp 15,5 Punkten und 3 Assist pro spiel. Rein auf dem Papier nicht die schlechtesten Zahlen in seinen 19 spielen für die Texaner in der vergangenen Saison.

Im Blick auf die aktuelle Saison ging THJ mit vielen Fragezeichen in den Spielbetrieb.
Würden sich seine bescheidene Wurfquoten von knapp 40% aus dem Feld und 32% von hinter der Linie verbessern? Würde er starten oder von der Bank aus eingreifen? Wie viel Spielzeit würde er überhaupt bekommen?

Würde er seine Wurfauswahl die doch sehr zu wünschen übrig ließ verbessern und nun qualitativ hochwertigere Würfe nehmen?

Über die ersten 13 Spiele wurden diese Fragen überwiegend negativ von ihm beantwortet.
Ich spreche explizit von den ersten 13 Spielen der Saison, weil dies genau jene Spiele waren, die er nicht im Starting Lineup stand, sondern von der Bank kam.

Seit dem 14. Spiel hat er sich zunächst als Ersatz für Seth Curry, dann aber doch als Dauerlösung in die Startaufstellung gespielt und wirkt in seiner noch relativ neuen Rolle wie ausgewechselt.

Im folgenden werde ich etwas genauer seine Rolle als Starter mit seiner vorherigen Rolle als Bankspieler vergleichen und versuchen Gründe für seinen merklichen Aufschwung zu finden.

Nun erst mal die trockenen Statistiken:

In 13 Spielen von der Bank bei 22 Minuten Spielzeit steht Hardaway bei etwa 10 Punkten, 1,5 Assist und 2 Rebounds bei einer FG% von 34 und einer 3PT% von 29.

In den aktuell 23 Spielen von Beginn mit 28 Minuten pro Spiel an konnte er im Schnitt knapp 16 Punkte, 1,8 Assist und 3 Rebounds verzeichnen. Das alles bei Quoten von FG 46% und 3PT 43%.

Schon allein beim Blick auf diese Zahlen lässt sich eine klare Verbesserung vor allem bei seinem Wurf erkennen. Aus dem Feld verbesserte er sich um 12%, von jenseits der 6 Meter 70 sogar um ganze 14 Prozentpunkte.

Diese sehr beachtliche Verbesserung lässt sich m.M.n auf vor allem eines zurückführen. Man sieht kaum mehr vogelwilde Würfe die vollkommen unbedacht und ohne Rücksicht von ihm auf den Korb geballert werden. Er hat sichtlich Abstand von Würfen aus der engen Manndeckung oder von Jumpern mit noch ausreichend Zeit auf der Shotclock genommen. Der Eye-Test bestätigt das ohne Zweifel.

Auch profitiert er natürlich von mehr Spielzeit zusammen mit Luka Doncic, welcher ein Meister darin ist, immer den offenen und besten Wurf zu finden. Folglich landen solch geniale Pässe des Slowenen auch bei Hardaway, der diese aktuell sehr gut zu nutzen weiß.

Die Abwesenheit, des kürzlich, aufgrund einer Verletzung für 3 Spiele fehlenden Shooting Guards fiel sofort auf und eine Delle im Offensivspiel der Mavericks war eindeutig zu erkennen. Mit der dazu kommenden aktuellen Verletzung von Porzingis verloren die Mavs zwei der drei Spiele während Hardaways Abstinenz.

Zu guter Letzt lässt sich vielleicht auch einfach sagen, dass Hardaway einer der Typen von Spielern ist, welche durch das starten von Spielen einen ungemeinen Selbstbewusstseins-Boost erfahren und sich einfach in dieser Rolle wohler fühlen, anstatt von der Bank aus zu kommen.
Klar möchte jeder Spieler jedes Spiel im Starting Lineup stehen aber manche performen als Starter wesentlich besser als bei gleicher Anzahl von Minuten von der Bank.

Jedenfalls hat sich THJ als dritte Option im Spiel der Mavs hinter Doncic und KP fest etabliert und ist aus der historisch effizienten Offensive der Mavericks einfach nicht mehr wegzudenken. Bleibt nur das Abwarten ob er die aktuelle Form auch beibehalten kann oder in alte Marotten zurückfällt.

JH

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