CHICAGO, IL – MAY 14: An overall view of the stage at the 2019 NBA Draft Lottery on May 14, 2019 at the Chicago Hilton in Chicago, Illinois. Copyright 2019 NBAE (Photo by Jeff Haynes/NBAE via Getty Images)

Auch heuer wollen wir von tripledouble.blog natürlich wieder unsere eigene Einschätzung vom diesjährigen NBA Draft preisgeben. Etwas mehr als zwei Wochen nach der Durchführung der Draftlotterie, die den einzelnen Teams die Positionen, an denen sie einen Spieler auswählen können, zuweist, bietet sich für alle NBA-Fans mittlerweile schon ein etwas klareres Bild, welches Franchise sich in etwa mit welchen Talenten verstärken wird. Nichtsdestotrotz zeichnet sich die alljährliche Draft Night, die heuer am 20. Juni stattfindet, vor allem durch ihre Unberechenbarkeit aus, wodurch es für uns Außenstehende umso schwieriger wird, mit unseren Prognosen richtig zu liegen. Hier ist also unser zweiteiliger NBA Mock Draft 2019:

  1. New Orleans Pelicans -> Zion Williamson, PF (Duke)

Ich weiß, ich weiß. Riesenüberraschung, oder? An dieser Stelle muss ich allerdings zugeben, dass ich vor Beginn der Collegesaison eigentlich noch mit Teamkollege RJ Barrett als Top-Pick-Kandidaten gerechnet habe. Durch seine beinahe außerirdischen Leistungen im Laufe der gesamten Saison rechtfertigte der Freshman aber allemal seinen Anspruch auf den Titel des besten Collegespielers der Saison und ist folgerichtig die heißeste Aktie im diesjährigen Draft. Einzig die minimale Wahrscheinlichkeit, dass sich das 1,99m große Phänomen dafür entscheidet, nächste Saison doch noch einmal für Duke aufzulaufen, steht wohl zwischen ihm und einem Engagement bei den Pelicans. Mit seinen 22,6 Punkten pro Spiel war er gemeinsam mit RJ Barrett nicht nur Topscorer seines Teams, sondern führte Duke auch noch in Rebounds pro Spiel (8.9) an. Seinen unglaublichen Punkteschnitt erzielte der 129kg schwere US-Amerikaner zum Drüberstreuen noch mit einer außergewöhnlichen Wurfquote von 68%. Sollte das Front Office des Franchises aus Louisiana noch wider Erwarten eine weitere Zusammenarbeit mit Topstar Anthony Davis ausverhandeln und Julius Randle Gebrauch von seiner Spieleroption für die kommende Saison machen, besäßen die Pelicans wohl einer der talentiertesten Front Courts der gesamten NBA. Hinzu kommt noch ein Spielmacher von Weltklasseformat in Jrue Holiday und die Zukunft der Mannschaft aus New Orleans sieht wieder rosig aus.

  1. Memphis Grizzlies -> Ja Morant, PG (Murray State)

Der selbsternannte “Point God” war wohl einer der Senkrechtstarter des berühmten NCAA-Abschlussturniers und konnte sich durch sehr starke Leistungen während der Regular Season und herausragenden Leistungen in den NCAA Playoffs auszeichnen. Mit 24,5 Punkte und 10 Assists pro Spiel gelang es dem Sophomore aus South Carolina sogar, ein Double-Double pro Spiel zu verzeichnen. Insbesondere seine Fähigkeit, den Ball gut zu verteilen und gleichzeitig auch vielversprechende Würfe für sich selbst zu kreieren, machen ihn zum idealen Nachfolger von Mike Conley bei den Grizzlies. Darüber hinaus verfügt Morant mit 1,90m und sehr langen Armen über die optimalen körperlichen Voraussetzungen für einen modernen Point Guard, der oft mit Russell Westbrook oder DeAaron Fox verglichen wird. Vieles deutet also bei dem athletischen Point Guard darauf hin, dass er alles mitbringt, um in der NBA zu reüssieren.

  1. New York Knicks -> RJ Barrett, SG/SF (Duke)

Wegen der neuen Regelung in der Prozentvergabe an die einzelnen Teams bei der Draftlotterie waren die Knicks wohl einer der größten Verlierer des Abends – freuten sie sich doch schon so sehr auf Zion Williamson im Madison Square Garden. Daraus wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nichts mehr, an seiner Stelle wird es wohl dessen Teamkollege, der beste High School Basketballer der Saison 2018, RJ Barrett. Der Kanadier wusste zwar auch über weite Strecken zu beeindrucken und kam im Endeffekt ebenso wie Williamson auf 22,6 Punkte pro Spiel. Der große Unterschied war aber die Effektivität und die Verlässlichkeit, das Spiel gegen Ende zu gewinnen. Vor allem in Sachen „Clutch Factor“ blieb der Flügelspieler doch etwas hinter den Erwartungen zurück und kostete Duke auch den ein oder anderen Sieg. Nichtsdestotrotz kann Barrett auf eine wahnsinnig starke Saison zurückblicken und wäre für die Knicks eine sofortige Verstärkung mit Riesenpotenzial.

  1. Los Angeles Lakers -> Jarrett Culver, SG (Texas Tech)

Die LA Lakers waren gemeinsam mit den New Orleans Pelicans wohl die größten Profiteure der Draftlotterie. Mit dem ihm zugewiesenen 4. Pick kann das Franchise aus Kalifornien sein fehlendes Shooting mit einem Toptalent wie etwa Jarrett Culver sehr früh in der ersten Runde aufbessern. Culver war eine essentielle Stütze für den überraschenden Finaleinzug von Texas Tech im diesjährigen NCAA-Turnier und konnte definitiv unter Beweis stellen, dass er bereit für den nächsten Schritt ist. Culver brachte es diese Saison auf bemerkenswerte 18,5 Punkte und 6,4 Rebounds pro Spiel und beeindruckte auch durch seine für einen Shooting Guard ungewöhnlich guten Ballhandling-Skills und sein Allroundtalent als Scorer. Der großgewachsene Big 12 Spieler des Jahres 2019 bringt somit eigentlich alle Voraussetzungen mit, seinen Verteidigern die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben.

  1. Cleveland Cavaliers -> DeAndre Hunter, SF/PF (Virginia)

Ähnlich wie schon die New York Knicks haben sich auch die Cavs eine wesentlich höhere Position im NBA Draft erwartet, immerhin hatten sie ja gemeinsam mit den Phoenix Suns das zweitschlechteste Sieg-Niederlage-Verhältnis der Liga. Geworden ist es dennoch nur der 5. Pick, mit dem man sich wohl die Dienste von DeAndre Hunter sichern sollte. Gerade auf dem Flügel haben die Meister von 2016 dringend Handlungsbedarf, was natürlich ein Engagement von Hunter noch wahrscheinlicher werden lässt. Der NCAA-Champion des diesjährigen Turniers sorgte vor allem durch seine Athletik und seine hervorragende Verteidigungsarbeit über die ganze Saison hindurch für Furore und spielte sich trotz seiner 22 Jahre an die Spitze der diesjährigen Rookieklasse. Darüber hinaus kann der in Philadelphia aufgewachsene Forward eine tolle Dreierquote (43,8%) vorweisen und erfüllt somit die Kriterien für einen modernen Flügelspieler.

  1. Phoenix Suns -> Coby White, PG (North Carolina)

Endlich bietet sich für die Suns die Gelegenheit, die größte und wahrscheinlich auch wichtigste Baustelle abzuschließen, und zwar jene des Point Guards. Nachdem sie letztes Jahr DeAndre Ayton an erster Stelle auswählten und auf Spieler wie Luka Doncic und Trae Young verzichteten, wird es heuer höchstwahrscheinlich ein Spielmacher sein, der gemeinsam mit Superstar Devin Booker den Backcourt bilden soll. Am meisten Sinn würde es in diesem Fall machen, wenn sie den besten Combo-Guard der 2019er-Klasse, Coby White, unter Vertrag nehmen. Der Freshman aus North Carolina wusste in seiner einzigen Saison mit rund 16 Punkten pro Spiel zu überzeugen und erinnert aufgrund seiner athletischen und aggressiven Spielweise laut mehreren NBA-Scouts an Gilbert Arenas. Doch auch sein Auge für den offenen Mann und seine hohe Freiwurfquote (80%) sprechen für ihn. Einzige die teils mangelnde Effizienz aus dem Spiel, die sich in seinen 42,3% vom Feld manifestierte, ist ein kleiner Kritikpunkt an seiner Spielweise.

  1. Chicago Bulls -> Darius Garland, PG (Vanderbilt)

Auch die Bulls werden im heurigen Draft bemüht sein, endlich einen soliden Point Guard zu ergattern, der den verletzungsanfälligen Kris Dunn ersetzen soll. Logische Konsequenz wäre somit die Verpflichtung von Darius Garland, der die von Jerry Stackhouse gecoachte Vanderbilt University mit 16 Punkten bei einer überragenden Wurfquote von 53% aus dem Feld anführte. Neben seiner tollen Wurfauswahl besticht der 19 Jährige vor allem durch sein erstklassiges Ball-Handling und seinen unglaublichen Speed. Hinter Garland steht allerdings ein riesiges Fragezeichen, da der Point Guard in seiner einzigen Saison im College aufgrund einer Knieverletzung auf lediglich 5 Spiele kam und somit eine sehr risikobehaftete Personalie ist. Schafft er es jedoch wieder vollends fit zu werden und auch zu bleiben, so wäre er für das Franchise aus Chicago eine enorme Verstärkung.

  1. Atlanta Hawks -> Cameron Reddish, SF (Duke)

Dass Cam Reddish erst an 8. Stelle gepicked werden sollte, ist eigentlich vor allem vor Anfang der abgelaufenen Saison unvorstellbar gewesen. Schuld daran sind zu einem großen Teil seine im Rampenlicht stehenden Mitspieler Zion Williamson und RJ Barrett. Die etatmäßige 3. Option im Offensivschema von Coach Mike Krzyzewski enttäuschte diese Saison zwar die Erwartungen zahlreicher Basketball-Executives und Scouts, aber brachte es trotz seiner unterirdischen Wurfquote (35,6% vom Feld) immerhin auf 13,6 Punkte pro Spiel. Nichtsdestotrotz gelang es dem Flügelspieler auch immer wieder, sein wahres Potenzial unter anderem als Scharfschütze von der Dreierlinie durchblitzen zu lassen und ist deshalb noch immer auf jeden Fall mindestens ein Top 10-Kandidat. Aufgrund seiner Größe von 2,03m und seiner Spannweite besitzt Reddish neben der Fähigkeit, über seine Verteidiger zu werfen, außerdem die körperlichen Voraussetzungen, um viele Würfe zu blocken und eignet sich daher optimal als klassischer 3-and-D-Wing.

  1. Washington Wizards -> Bruno Fernando, C (Maryland)

Die Wizards könnten dieses Mal wohl versuchen, ihre Center-Position mit jungem Talent aufzubessern. Vor allem nach der mysteriösen Verletzung von Dwight Howard waren die Wizards mit Thomas Bryant und Ian Mahinmi letzte Saison eher unterbesetzt und könnten daher nach Verstärkung suchen. Bruno Fernando ist in der eher schwachen Center-Klasse des NBA Drafts 2019 wohl noch der beste Prospect und rechtfertigte dies mit einem Double-Double in Punkten (13,6) und Rebounds (10,6) pro Spiel. Der oft mit Serge Ibaka verglichene Big Man aus Angola ist ein sensationeller Rebounder und verfügt über eine bemerkenswerte Sprungkraft. Einzig die mangelnde Sicherheit, Würfe auch von größeren Distanzen und der Dreierlinie zu versenken, schadet seiner Spieleraktie.

  1. Atlanta Hawks (via Dallas Mavericks) -> Romeo Langford, SG (Indiana)

Mit dem Pick, den die Atlanta Hawks in dem Trade rund um Trae Young und Luka Dončić erhielten, könnte sich das Franchise aus Georgia nach frischem Wind für die Position des Shooting Guards umsehen. Ein heißer Kandidat für diese Position ist Romeo Langford, der die Indiana Hoosiers mit 16,5 Punkten pro Spiel anführte. Zugegeben, ein Backcourt aus Langford und Trae Young ist offensiv gesehen ein potenzielles Feuerwerk, dafür umso anfälliger beim Verteidigen von anderen NBA-Guards. Trotz alledem ist der Freshman, der auch Point Guard spielen kann, für einen Guard durchaus groß gewachsen und ein natürlicher Scorer, der auch gegen Forwards zu punkten weiß. Außerdem gelangen dem 19 Jährigen durchschnittlich in etwa 5 Rebounds pro Spiel – wie schon zuvor, für einen Guard ein toller Wert. Wenn Langford nun auch noch seinen Dreier verbessert, dann hat er definitiv das Zeug zum überdurchschnittlichen NBA-Profi.

  1. Minnesota Timberwolves -> Jaxson Hayes, PF/C (Texas)

Die Timberwolves könnten wohl auf der Suche nach einem Back-Up für ihren Starcenter Karl-Anthony Towns sein und hierfür würde sich wohl Jaxson Hayes sehr gut eignen. Der 19 Jährige, der auch als Power Forward aufgeboten werden kann, verfügt über die perfekten körperlichen Attribute für einen athletischen Big Man. Am Stat Sheet machen sich diese vor allem in seinen 2,2 Blocks pro Spiel erkennbar. Hayes ist ein ausgezeichneter Finisher in der Paint mit Riesenpotenzial und erstaunlich guter Freiwurfquote (74%) für einen Center. Auch wenn der Freshman noch am Anfang seiner Entwicklung steht, ist er vor allem körperlich schon bereit für den nächsten Schritt.

  1. Charlotte Hornets -> Nassir Little, SF/PF (North Carolina)

Auch im Fall von Nassir Little sah es zu Anfang der Saison noch so aus, also wäre er unter den 5 besten Talenten der diesjährigen Draft Class. Seinen Vorschusslorbeeren konnte der Small Forward zwar nicht ganz gerecht werden, für die Top 15 wird es aber allemal noch reichen. Die Hornets wirken auf den ersten Anschein wie ein perfektes Ziel für den 19 Jährigen, zumal deren Small Forward Nicolas Batum auch nicht mehr jünger wird und auch Michael Kidd-Gilchrist nicht viel mehr als solide Defense mitbringen kann. Little brachte es diese Saison auf durchschnittlich 10 Punkte pro Spiel und beeindruckte vor allem durch seine Defense, Athletik und Aggressivität.

  1. Miami Heat -> Nickeil Alexander-Walker, PG/SG (Virginia Tech)

Auch wenn die Miami Heat momentan überlegen, Isaiah Thomas ab nächster Saison unter Vertrag zu nehmen, würde die Verpflichtung von Nickeil Alexander-Walker Sinn machen. Der Combo-Guard, der vor allem durch seine Dreierwürfe besticht, brachte es in der abgelaufenen Saison auf durchschnittlich 16 Punkte, 4 Assists und 4 Rebounds und starken 1,9 Steals pro Spiel. Offensiv gesehen verfügt der Kanadier über alle Voraussetzungen eines erfolgreichen NBA-Guards und wird des Öfteren mit Jordan Clarkson verglichen.

  1. Boston Celtics (via Sacramento Kings) -> Sekou Doumbouya, SF/PF (Limoges CSP, Frankreich)

Die Celtics könnten versuchen, einen wahrscheinlichen Abgang von Marcus Morris, dessen Vertrag diese Saison abgelaufen ist, zu kompensieren, indem sie sich die Dienste von Sekou Doumbouya sichern. Der in Guinea geborene Forward überzeugt vor allem durch seine Athletik und seine Defensive. Das Potenzial zu einem NBA-Spieler hat Doumbouya definitiv. Aber wie so oft bei Rookies, die direkt aus Europa gedrafted werden, herrscht bei den Scouts eine Ungewissheit ob der fehlenden Erfahrung, auf einem US-amerikanischen College gespielt zu haben.

  1. Detroit Pistons -> Rui Hachimura, SF/PF (Gonzaga)

Rui Hachimura waren in der vergangenen Saison einer der College-Athleten, über den am meisten berichtet wurde – vor allem nach dessen Erfolg über die bis dahin ungeschlagene Duke University. Der insbesondere durch seine Leadership-Skills äußerst beliebte Duo-Forward zeichnet sich durch seine kontrollierte und effektive Spielweise aus. Alleine diese Saison verzeichnete der Japaner bemerkenswerte 20 Punkte und 6,5 Rebounds pro Spiel, bei einer starken Field-Goal-Quote von 59,1%. Nicht zuletzt aufgrund seiner Nationalität ist es sehr gut vorstellbar, dass Hachimura außerdem die Möglichkeit hat, eine Art NBA-Botschafter für die japanische Bevölkerung zu werden – oder vielleicht sogar darüber hinaus. Ein Umstand, der auch den Pistons zugutekommen könnte, sollte der Forward bis zur 15. Position fallen.

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2 Wochen ago
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