Die Draft Lottery ging vorgestern Abend offiziell über die Bühne, jedem Team wurde nun klargemacht, an der wievielten Stelle sie mit dem Pick an der Reihe sind. Da nun alle Beteiligten den genauen Ablauf (exklusive der eventuellen Draft-Night-Trades) vorliegen haben, hat das große Sondieren der zu Verfügung stehenden Talente begonnen. Auch für uns Fans der NBA ist dies von ziemlicher Bedeutung, immerhin bietet uns diese Liste enorm viel Raum für Spekulationen, wer denn schlussendlich von welcher Franchise gedrafted wird.
Hier der vorläufige Mockdraft von Tripledouble-Writer „stealofthedraft“.

  1. Phoenix Suns -> DeAndre Ayton, C (Arizona)

Großer Gewinner der Draft Lottery war erwartungsgemäß auch die Mannschaft mit der schlechtesten Regular-Season-Bilanz (21-61), die Phoenix Suns. Den ersten Pick innezuhaben bedeutet gleichzeitig, aus dem vollen Spieler-Kontingent schöpfen zu können und jegliches Szenario, in dem das Team aus Arizona nicht DeAndre Ayton, der sein Freshman-Year in eben diesem Bundesstaat verbrachte, auswählt, gilt als äußerst unwahrscheinlich. Suns Center Tyson Chandler ist eben nicht mehr derselbe wie vor etwa 6 Jahren, von daher macht es auf jeden Fall Sinn, einen Spieler mit solch unglaublichen physischen Attributen und einem Körper, der auf alle Fälle schon bereit für die NBA ist, zu verpflichten. Ayton hat nicht zuletzt auch durch sein hervorragendes Gefühl für Spacing und Outside-Shooting das Potenzial, die Suns gemeinsam mit Devin Booker und Josh Jackson in das Rennen um die Playoff-Plätze zu schicken.

  1. Sacramento Kings -> Luka Dončić, SG (Real Madrid)

Auch die Kings dürfen mit dem Ausgang der Draft-Lottery enorm zufrieden sein, denn immerhin haben sie trotz ihres 12. Platzes in der Western Conference (27-55) die Möglichkeit, an zweiter Stelle zu picken. Auch hier ist es beinahe eine Bank zu behaupten, dass die Franchise aus der Hauptstadt Kaliforniens niemand geringeren als den slowenischen Export von Real Madrid, Luka Dončić, verpflichten. Der 2,01 Meter große Combo Guard spielt bevorzugt auf der Position des Shooting Guards und besticht insbesondere durch seine Spielmacher-Qualitäten und sein umfangreiches Arsenal an Distanzwürfen und Abschlüssen in der Nähe des Korbes. Mangelnder College-Erfahrung zum Trotz ist der Slowene ein solider Pick und würde mit De’Aaron Fox einen explosiven Backcourt bilden.

  1. Atlanta Hawks -> Marvin Bagley, PF (Duke)

Das Franchise, das mit einer Bilanz von 24-58 den letzten Platz der Eastern Conference belegte, wird wohl den talentiertesten Spieler, der im NBA Draft 2018 verfügbar ist, auswählen. Mit John Collins besitzen die Hawks zwar bereits einen jungen Power Foward, der auf eine ordentliche erste Saison in der höchsten Spielklasse zurückblicken kann, dennoch macht dieser Pick durchaus Sinn. Das Team aus Georgia würde in Person von Bagley deutlich an Offensivpower dazugewinnen und gleichzeitig ein geringes Risiko eingehen, da der 19 Jährige schon längst sowohl körperlich als auch spielerisch bereit für ein Engagement in der NBA wäre.

  1. Memphis Grizzlies -> Michael Porter Jr., SF (Missouri)

In Memphis lief heuer eigentlich so gut wie gar nichts nach Plan, was sich auch in der Entlassung des Head Coaches David Fizdale widerspiegelte. Umso mehr sehnt man sich in Tennessee nach einem Neustart, am besten mit einem neuen Jungstar an Board. Diesen könnten sie sich mit Michael Porter Jr angeln, eine Scoring Maschine, die wohl weiter oben am Draft Board anzusiedeln wäre. Leider hat ihn eine Verletzung letzte Saison dazu gezwungen, den Großteil der Spiele von der Tribüne aus zu verfolgen. Nichtsdestotrotz sind sich NBA Scouts der Vielseitigkeit und der vorbildlichen Arbeitsmoral des 19 Jährigen bewusst. MPJ würde Memphis auf jeden Fall das notwendige Leben einhauchen und gleichzeitig etwas Druck von den Schultern von Mike Conley und Marc Gasol nehmen.

  1. Dallas Mavericks -> Jaren Jackson Jr., PF (Michigan State)

Die Texaner waren wohl eines der größten Verliererteams der Draft Lottery und kommen nun erst an fünfter Stelle zum Zug. Am sinnvollsten erscheint hier die Entscheidung zugunsten von Jaren Jackson Jr. Der Freshman und Sohn des ehemaligen NBA Spielers von Jaren Jackson ist ein grundsolider Power Forward, der immer weiß, was er in jeder Situation zu tun hat. Nachdem sich Dirk Nowitzki dazu entschieden hat, noch eine weitere Saison anzuhängen, ergibt es sich eine perfekte Situation für die Mavericks: Jackson hat nun die Möglichkeit, sich hinter „Dirkules“ zu entwickeln und von der deutschen Legende vor allem in puncto Scoring viel zu lernen und wird wohl nach dessen Abschied in seine immensen Fußstapfen treten können.

  1. Orlando Magic -> Trae Young, PG (Oklahoma)

Auch die Orlando Magic haben trotz eines sensationellen Auftakts eine eher schwache Saison hinter sich und sind seit dem Abgang von Elfrid Payton auf der Suche nach einem neuen PG. Logische Konsequenz: Das Team aus Florida entscheidet sich wohl für den am höchsten eingestuften Floor General des Draft:. Trae Young. Der Freshman, der im Laufe seiner Rookie-Season des Öfteren mit NBA Superstar Stephen Curry verglichen wurde, glänzte insbesondere durch sein hochpoliertes Outside-Shooting und seinen großartigen Spielaufbau. Qualitäten, nach denen man in Orlando schon lange lechzt. Ein Spieler von Youngs Kaliber wird wohl auch notwendig sein, um den heuer in die Free Agency eintretenden Aaron Gordon zu einem Verbleib zu überreden.

  1. Chicago Bulls -> Mohamed Bamba, C (Texas)

Die von zahlreichen Verletzungen gebeutelten Bulls warten auch weiterhin auf einen Star von Derrick Rose’s Format und finden sich nach dieser Saison am enttäuschenden 13. Platz im Osten wieder. Dass die Bulls einen talentierten Backcourt mit einem gesunden Kris Dunn und einem hoffentlich auch wieder verletzungsfreien Zack LaVine besäßen, steht außer Frage. Dazu gesellte sich diese Saison auch ein fähiger Rookie aus Finnland namens Lauri Markkanen, der einer der wenigen Lichtblicke in Illinois war. Höchste Zeit für die Bull also ihre Center-Position upzugraden. Lopez ist ein durchschnittlicher Spieler, lässt aber vor allem in Sachen Scoring Einiges vermissen. Von dem her würde ein Spieler wie Mohamed Bamba perfekt nach Chicago passen. Bamba punktet durch seine hünenhafte Statur und sein für Big Men eher unübliches Gefühl für Wurfauswahl und Platzübersicht. Der gebürtige New Yorker ist ein unaufhaltsamer Spieler und würde für die Bulls eine notwendige weitere Scoring Option darstellen.

  1. Cleveland Cavaliers (via Brooklyn Nets) -> Collin Sexton, PG (Alabama)

Ziemlich einfacher Pick. Nach dem Abgang von Kyrie Irving waren die Cavaliers durchgehend auf der Suche nach einem neuen Point Guard, der LeBron in den wichtigsten Momenten ein wenig Druck von den Schultern nehmen kann. Weder D-Rose noch Isaiah Thomas und momentan auch nicht George Hill konnten ihr eigentliches Können in Ohio unter Beweis stellen und so muss man eben im Draft die notwendige Verstärkung nach Cleveland lotsen. Collin Sexton ist der athletischste Guard im diesjährigen Draft und würde mit seiner Präsenz die Dynamik in der Quicken Loans Arena gewaltig hochschrauben. Darüber hinaus verfügt er über überdurchschnittliche Spielmacher-Qualitäten und ist ein verlässlicher Shooter. Sollte LeBron trotz brodelnder Gerüchteküche tatsächlich in Cleveland bleiben, würden er, Kevin Love und möglicherweise eben auch Collin Sexton die Cavaliers wieder sofort in das Rennen um den ersten Platz in der Eastern Conference einsteigen lassen.

  1. New York Knicks -> Wendell Carter, PF/C (Duke)

Auch die Knicks können mit ihrer Saison nicht zufrieden sein, auch sie entließen ihren Coach Jeff Hornacek und holten sich an seiner Stelle den ehemaligen Grizzlies Head Coach David Fizdale. Dazu ist auch ungewiss, ob Enes Kanter seine Player Option im auslaufenden Vertrag zieht und wie schnell Kristaps Porzingis wieder zu alter Stärke zurückfindet. Dies sind allesamt Gründe die dafür sprechen, dass die Knicks Wendell Carter im Madison Square Garden spielen sehen wollen. Carter besitzt ein ausgezeichnetes Spielverständnis und ist ein sehr mobiler Scorer und starker Rebounder. Der Freshman aus Georgia ist ein eher unauffälliger Spieler, der aber trotzdem den Knicks sofort weiterhelfen könnte.

  1. Philadelphia 76ers via LA Lakers -> Miles Bridges, SF/PF (Michigan State)

Die heurige Saison der Mannschaft aus der “City of Brotherly Love” kann man durchaus als Breakout-Season bezeichnen, immerhin erreichten sie nach langer Durststrecke endlich wieder die Playoffs. Dank eines Trades mit den LA Lakers können sie dennoch auch dieses Jahr wieder sehr früh auswählen. Ein durchaus möglicher Pick wäre in diesem Fall Miles Bridges, einer der Superstars der abgelaufenen College-Saison. Der Sophomore ist versierter Combo Forward, der für einen Flügelspieler hervorragende Rebounding-Qualitäten besitzt. Auch sein Antritt und die Fähigkeit, eine Vielzahl an Würfen zu blocken, zeichnen ihn aus. Würde sich wohl mit Dario Sarič und Robert Covington um einen Platz im Starting-Lineup duellieren.

  1. Charlotte Hornets -> Mikal Bridges, SG/SF (Villanova)

Mikal Bridges ist ein Defensiv-Bollwerk und würde den strauchelnden Hornets auf Anhieb weiterhelfen. Im Laufe der letzten Saison entwickelte sich der Junior aus Pennsylvania zu einem der besten Outside-Shooter im College Basketball (3FG 43%), der zusätzlich dank seiner Größe und Spannweite leicht gegen kleinere Wings und Guards die Oberhand behält.

  1. LA Clippers via Detroit Pistons -> Shai Gilgeous-Alexander, PG (Kentucky)

Die Clippers brauchen dringend einen neuen Point Guard, also wäre der drittbeste Floor General in diesem Draft die nachvollziehbarste Entscheidung. Der Kanadier ist ein unterschätzter Werfer und ist dank seiner Größe ein verlässlicher Verteidiger, der insbesondere durch seine Steals aufzeigt. Der Liebling von dem legendären Coach der University of Kentucky, John Calipari, wäre wohl die optimale Lösung für das im Umbau befindliche Team aus Kalifornien.

  1. LA Clippers -> Dzanan Musa, SF (Bosnien & Herzegowina)

Einen produktiven Flügelspieler könnten die Clippers auch auf jeden Fall dringend gebrauchen. Musa erfüllt die typischen Standards eines klassischen europäischen Basketballers: Passioniert, starker Werfer, mittelmäßige Athletik. Würde sich zeigen, ob er sich gegen Tobias Harris, Danilo Gallinari oder Wesley Johnson durchsetzen könnte, nichtsdestotrotz ein spannender Spieler mit gutem Spielverständnis.

  1. Denver Nuggets -> Kevin Knox, SF (Kentucky)

Aufgrund seiner physischen Attribute stellt der junge Mann aus Florida ein Matchup-Problem für gegnerische Verteidigungen dar. Generell ist er ein vielseitiger und überdurchschnittlich athletischer Scorer, würde also perfekt in das Beuteschema der Nuggets passen.

  1. Washington Wizards -> Kyhri Thomas, PG/SG (Creighton)

Die Wizards müssen sich für die kommenden Saisonen Verstärkung für die verhältnismäßig schwache Bank suchen, da würde sich der Pick von Kyhri Thomas auszahlen. Der Junior ist zwar schon etwas älter als die restliche Draft Class, überzeugt dafür aber mit Reife und hervorragendem Shooting von allen Positionen.

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4 Monaten ago
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