Die ersten fünfzehn Picks der ersten Runde wurden gemacht, nun widmen wir uns der zweiten Hälfte der ersten Runde. Mal sehen, welcher dieser Rookies sich heuer aufgrund seiner anfänglich unterschätzten Leistungen im Laufe der Saison als echter Steal im diesjährigen Draft entpuppen wird. Willkommen zu Teil 2 des NBA Mock Draft 2018.

 

  1. Phoenix Suns via Miami Heat -> Gary Trent Jr., SG (Duke)

Ein neue Runde Mock Draft und schon wieder scheinen die Suns an erster Stelle auf. Dieses Mal wäre es sinnvoll, die schwächelnde Bank aufzubessern. Zwar verfügt man in Phoenix über überdurchschnittlich viele Guards, allerdings, verglichen mit den übrigen Reservisten, machte nur Tyler Ullis eine gute Figur. Ein Grund mehr, den Freshman aus St. Paul, Minnesota, zu verpflichten, ist dessen High-Level-Shooting, insbesondere von hinter der Dreier-Linie. Alles in allem ist Trent Jr. ein großgewachsener Scorer, der die Bank der Phoenix Suns und vielleicht sogar das Starting Lineup der Suns nebst Devin Booker optimal ergänzen könnte. Seine bisherigen Leistungen beim Draft Combine sprechen jedenfalls für ihn.

  1. Milwaukee Bucks -> Robert Williams, PF/C (Texas A&M)

Weder Thon Maker noch John Henson konnten bislang restlos auf der 5 überzeugen, was auch in der Akquise von Tyler Zeller gipfelte. Da auch dieser ein schemenhaftes Intermezzo in Wisconsin durchlebte, sollte das Augenmerk der Bucks auf einen neuen, vielversprechenden Center gelegt werden. Hier böte sich der Sophomore aus Louisiana, dem wahnsinnig hohes Potential und eine bemerkenswerte Fähigkeit zu verteidigen nachgesagt werden, an. Obwohl Williams nicht der beste Werfer ist, würde er optimal in das Konzept der Bucks passen. Mit seinem starken Rebounding und seiner ungewöhnlichen Athletik erkämpft der Center regelmäßig den Ball und könnte dadurch vor allem Giannis Antetokounmpo und die beiden Guards Eric Bledsoe und Malcolm Brogdon mit Assists versorgen.

  1. San Antonio Spurs -> Zhaire Smith, SG (Texas Tech)

Die Spurs haben eine ziemlich enttäuschende Saison hinter sich, der Einzug in die Playoffs wurde mit Ach und Krach geschafft und die Zukunft lässt die Fans nicht unbedingt in Freudentaumel ausbrechen. Ungewiss ist außerdem, ob Manu Ginobili noch eine Saison und anhängen wird. Am schlimmsten treffen würde die Texaner aber der Abgang ihres besten Spieler, Kawhi Leonard. Höchste Zeit also, für den Flügel aufzurüsten, am besten mit dem explosiven Freshman von Texas Tech, Zhaire Smith. Der talentierte Texaner ist unheimlich athletisch und besitzt einen hohen Basketball-IQ, was Greg Popovich, der Trainerlegende der Spurs, mit Sicherheit zusagen sollte. Wenn der noch 18 Jährige noch etwas an seiner Wurfbewegung feilen würde und dadurch ein verlässlicherer Schütze wird, hat er aus meiner Sicht das Potenzial, zu einem Steal des Drafts zu avancieren.

  1. Atlanta Hawks via Minnesota Timberwolves -> Troy Brown, PG/SG (Oregon)

Die Hawks müssen sich besonders in puncto Backcourt viele Gedanken machen, da der bisherige Starting Point Guard, Dennis Schröder, verlautbaren ließ, dass er nicht noch ein Jahr Umbruch und Selbstfindung durchmachen möchte. Ob die Entscheidung endgültig ist, wird sich noch zeigen, nichtsdestotrotz wäre es schlau, sich in Atlanta nach einem neuen Ballverteiler umzusehen. Troy Brown, ein 18 Jähriger Combo Guard, wäre ein potenzieller Ersatz für den abwanderungswilligen Deutschen. Der 2.01 Meter große Freshman besticht durch seine Athletik und seine Spielmacher-Qualitäten und ist ein natürlicher Scorer. Wenn auch er seinen Wurf etwas verfeinert, könnte er den strauchelnden Hawks etwas mehr Dynamik auf dem Basketball-Court verleihen.

  1. Minnesota Timberwolves via Oklahoma City Thunder -> Landry Shamet, PG/SG (Wichita State)

Die Timberwolves hinkten diese Saison auch eindeutig den Erwartungen hinterher. Nach den Verpflichtungen von Jimmy Butler, Jeff Teague, Jamal Crawford und Derrick Rose wurden die Wolves von manchen Experten sogar schon als Geheimfavoriten für die Meisterschaft geahndet. Nichtsdestotrotz überlebte die Franchise aus Minnesota nicht einmal die erste Runde der Playoffs, in die sie sich erst in der allerletzten Begegnung der Regular Season mit den Denver Nuggets zitterte. Handlungsbedarf haben die Wölfe an der Position des Backup Point Guards, die sie mit dem 21 Jährigen Landry Shamet besetzen könnten. Der Sophomore verfügt über einen hervorragenden Jump Shot von allen erdenklichen Distanzen und ragt außerdem durch seine kreativen Vorlagen heraus. Einziges Manko des jungen Mannes aus Missouri ist dessen eher limitierte Athletik.

  1. Utah Jazz -> Anfernee Simons, PG/SG (Kein College, IMG Academy)

Die Utah Jazz waren dank des überragenden Donovan Mitchell das Überraschungsteam der diesjährigen Saison. Erst im Conference-Halbfinale fanden die beherzt kämpfenden Profis aus Utah in den Houston Rockets ihren Meister. Der Grund: James Harden, Chris Paul und die Bank der Jazz. Bei letzterem sehe ich deutlichen Verbesserungsbedarf, der mit der Auswahl von Anfernee Simons beseitigt werden könnte. Der Franchise fehlt ein solider Backup Point Guard hinter Ricky Rubio, insofern würde die Verpflichtung von Simons hier Sinn machen. Der Combo Guard ist ein exzellenter Dreier-Schütze und verfügt über einen guten Spielaufbau. Zu bedenken geben Scouts allerdings seine physischen Attribute, die noch etwas auftrainiert werden sollten, damit sich Simons in der NBA durchsetzen kann.

  1. Chicago Bulls via New Orleans Pelicans -> Jalen Brunson, PG (Villanova)

Neben einem neuen Center, den ich der Franchise aus der „Windy City“ bereits mit dem siebten Pick zugeordnet habe, benötigen die Bulls etwas mehr Breite auf der Position des Point Guards. Weder Cameron Payne noch Ryan Arcidiacono wussten zu überzeugen, dazu kam auch noch die Verletzung von Kris Dunn, der etatmäßigen Nummer 1 auf eben dieser Position. Mit Jalen Brunson würden die Bulls einen geborenen Anführer, der maßgeblich am Gewinn des NCAA Turniers von Villanova beteiligt war, dazugewinnen. Der 21 Jährige besitzt die Fähigkeit, andere Mitspieler optimal in Szene setzen zu können und kann darüber hinaus auch für sich selbst aussichtsreiche Würfe kreieren.

  1. Indiana Pacers -> Trevon Duval, PG (Duke)

Auch die Indiana Pacers waren eine absolut positive Überraschung in dieser Saison. Mit Victor Oladipo, der wahrscheinlich den Award für den am meisten verbesserten Spieler (MIP) erhalten wird, konnten die Pacers trotz des Abgangs ihres Superstars Paul George die Playoffs erreichen und wurden erst im letzten Spiel von LeBron James und seinen Cavaliers niedergerungen. Dennoch lassen sich auch Schwachstellen im Roster von der Mannschaft aus Indianapolis erkennen, so etwa auch hier die Position des Point Guards. Darren Collison und Cory Joseph sind solide, aber verglichen mit anderen Point Guards von anderen Teams doch eher unterdurchschnittlich. Es wird also höchste Eisenbahn, auf dieser Position aufzurüsten. In Person von Trevon Duval steht zu diesem Zeitpunkt noch ein äußerst spannender Spieler zur Verfügung, der in jedem Fall das Potenzial für einen Starting Point Guard hat. Duval ist groß gewachsen und weiß, wie er seinen Körper einzusetzen hat, um gegnerische Verteidigungen zu überwinden. Seine Achillessehne ist jedoch sein Wurf, an dem er noch arbeiten sollte, um sich in der NBA zu etablieren. Aufgrund seines jungen Alters, 19 Jahre, hat er dafür allerdings noch genügend Zeit.

  1. Portland Trail Blazers -> Lonnie Walker, SG (Miami)

Obwohl die Trail Blazers eine hervorragende Regular Season haben, war im Playoff in Runde 1 Endstation. Insbesondere die Reservisten mit Ausnahme von Shabazz Napier machte gegen die Pelicans keine gute Figur. Höchste Priorität hat momentan die Position des Shooting Guards, da sie abgesehen von Starspieler CJ McCollum nur über einen echten Wing verfügen. Anbieten würde sich hier das Engagement von Lonnie Walker, ein erprobter Schütze, der den ständig den Ball in seinen Händen fordert. Durch seine Spannweite ist Freshman aus Pennsylvania auch ein erbarmungsloser Verteidiger und könnte dringend benötigte Ordnung und Ruhe in die Defensive der Trail Blazers bringen. Trotz alledem muss Walker in Sachen Basketball IQ und Off-the-ball-Movement noch viel lernen, erst dann wird er sein wahres Können unter Beweis stellen können.

  1. LA Lakers via Cleveland Cavaliers -> Mitchell Robinson, C (Western Kentucky)

Die Lakers haben mittlerweile einen anschaulichen, jungen Kern und werden nun versuchen, die passenden Teile zu finden und in die Mannschaft zu integrieren. Anfangen sollte man an der eher spärlich besetzten Center Position: Brook Lopez ist die klare Nummer 1, obwohl er eine eher unscheinbare erste Saison in Los Angeles gespielt hat. Dahinter wäre Platz für Mitchell Robinson, einen athletischen 20 Jährigen aus Florida. Eigentlich wäre Robinson aufgrund seiner Veranlagungen weiter oberhalb anzusetzen, doch aufgrund seiner chaotischen Vergangenheit bei Western Kentucky und seinem Last-Minute-Verzicht auf den Draft Combine wird seine Aktie wohl etwas fallen. Aufgrund seiner fehlenden College-Spielpraxis (wurde ursprünglich von Western Kentucky suspendiert) ist es auch schwer abzuschätzen, wie er sich in der NBA zurechtfinden wird.

  1. Philadelphia Seventysixers -> Jontay Porter, PF/C (Missouri)

Die Sixers verfügen bereits über ein bemerkenswertes Starting-Quintett und sollten sich nun ihrer Bank widmen. Am besten wäre es für sie, einen neuen Backup für Joel Embiid zu verpflichten. Jontay Porter wäre an dieser Stelle im Draft wahrscheinlich die passendste Option. Der 18 Jährige überraschte diese Saison immer wieder mit seiner Athletik und seinen flüssigen Bewegungen in der Nähe des Korbes. Aufgrund seiner sicheren Wurftechnik wird er oft von Verteidigern gedoppelt, findet aber in solchen Situation meist den freien Mann. Eventuell hat Porter sogar das Können, mit Dario Saric um die Position des Starting Power Foward zu rittern.

  1. Boston Celtics -> Omari Spellman, PF/C (Villanova)

Omari Spellman würde optimal zu dem Konzept der Boston Celtics passen: Ein wendiger Big Man, der es liebt von hinter der Dreierlinie zu werfen (43% 3FG) und weiß, wie man sich in ein System integrieren kann. Auch sein Instinkt, den Korb zu verteidigen, spricht für ihn. Nichtsdestotrotz ist Spellman zwar ein Freshman, aber trotzdem schon 21 Jahre alt und ist vergleichsweise klein für seine Position.

  1. Golden State Warriors -> Jevon Carter, PG (West Virginia)

Zugegeben, der Pick ist so ziemlich mein größter Wunsch, ist aber aufgrund der Stärken von JC durchaus legitim. Die Warriors sind wahrscheinlich das Team mit der mächtigsten Offensiv-Firepower der Liga, von daher können sie einen Stabilisator für die Verteidigung von Carters Kaliber benötigen. Carter ist der geborene Anführer und konnte seine Defensiv-Fähigkeiten unter Bob Huggins an der WVU gehörig ausbauen und ist nun der beste Defensive Guard des NBA Drafts 2018. Doch auch in der Offensive läuft sehr viel über Carter und dessen Spielaufbau. Der 22 Jährige ist ein sicherer Schütze und auch im Konter brandgefährlich. Einziges Manko: Carter wird dieses Jahr bereits 23 und ist mit 1.85 Metern nicht gerade ein Hüne.

  1. Brooklyn Nets via Toronto Raptors -> Moritz Wagner, PF/C (Michigan)

Die Brooklyn Nets befinden sich aufgrund des in 2013 durchgeführten Blockbuster Trades, der Kevin Garnett, Paul Pierce und Jason Terry im Austausch für 3 zukünftige First Round Picks nach Brooklyn schickte, seit eben dieser Zeit im dauerhaften Wiederaufbau. Die diesjährige Saison markiert gleichzeitig das Ende der Picks, die Boston von Brooklyn erhielt, somit ist vielleicht endlich ein Ende des Rebuildings in Sicht. Die Nets sollten an 29. Stelle, ein Pick den sie von Toronto erhielten, wohl nach einem Power Forward umsehen, da sie mit Rondae Hollis-Jeffereson nur über einen echten „Vierer“ verfügen. Am besten würde sich hier einer der Senkrechtstarter der heurigen March Madness anbieten. Der Berliner, der drei Jahre in Michigan verbrachte, würde den Nets eine weitere verlässliche Scoring Option bieten und die schwache Rebounding-Quote der Nets heben.

  1. Atlanta Hawks via Houston Rockets -> Donte DiVincenzo, SG (Villanova)

Die dritte Baustelle, die die Hawks in Angriff nehmen sollten, ist ein fähiger Shooting Guard. Zwar statteten sie Kent Bazemore mit einem langfristigen und gut bezahlten Vertrag aus, allerdings ist auch hier noch Luft nach oben. Empfehlen würde sich der Held von Villanova, der das College aus Philadelphia vor allem in den entscheidenden Momenten mit seinen eiskalten Dreiern zum Turniersieg führte. DiVincenzo ist ein Typ von Spieler, der den Hawks bislang noch fehlt: ein Gewinnertyp. Die Zukunft der Hawks hängt zusammenfassend sehr stark von diesem Draft ab, denn wer weiß wie oft sie in Zukunft in der ersten Runde gleich drei Spieler auswählen dürfen.

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7 Monaten ago
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